Was ist ein Pauschalclub

Immer wenn von einem Pauschalclub in den Medien gesprochen wird, erscheint der Artikel in einem negativen Gewand. Warum das so ist und was ein Pauschalclub überhaupt darstellt, haben wir einmal ausführlich zusammengestellt.
Schön ist ein Pauschalclub in der Regel wirklich nicht. Einige bezeichnen ihn abwertend als billigen Fickclub. Das kommt der Beschreibung nahe. Dabei hatte alles einmal viel besser angefangen. Vielen dürften diese Häuser auch mit dem Stichwort „Flatrate“ besser bekannt sein. Die Politik hat diese Modelle lange bemängelt, schriet aber bislang nie ein. Auch viel Kunden finden den Pauschalclub einfach nur abstoßend, er ruiniert das positive Image, das sich das Rotlicht in den letzten Jahren geschaffen hatte.

So entstand der Pauschalclub

In Köln gab es ihn auch. Seine Geschichte ist eigentlich sehr jung. Damals in der Finanzkrise tauchte der erste Club mit Flatrate auf. 2007 saß das Geld knapp, die Medien malten ein düsteres Bild, als ob die Weltwirtschaft einstürzen würde. Wir spürten das auch in Köln. Die Bordelle und Saunaclubs litten unter den Medienberichten. Keiner wollte mehr Geld für Sex ausgeben. Die Gäste blieben fern. Das Flatrate Modell, der sogenannte Pauschalclub, wurde geboren. Das Konzept war einfach und irgendwie auch innovativ. In einem normalen Saunaclub hatte der Besucher einen festen Eintritt zu bezahlen. In diesem Preis war die Wellnessnutzung, Hygieneartikel sowie teilweise auch Softdrinks enthalten. Das neue Flatrate Modell schloss nun aber die Girls mit ein. Was der Gast also zuvor gesondert bezahlen musste, bekam er nun fest verpackt in einem Paket mit dem Eintrittspreis. Die lag je nach Angebot und Pauschalclub zwischen 70 – 110 Euro. Enthalten waren darin nicht nur die üblichen Serviceleistungen, sondern nun auch das sexuelle Vergnügen mit den Damen im Haus. Der Gast konnte in einer gewissen Zeiteinheit (z.B 2,3 oder teilweise sogar 4 Stunden) für den bezahlten Obolus so oft er wollte und konnte mit den unterschiedlichsten Damen. Das funktionierte. In der Finanzkrise. Die Gäste kamen wieder. Nun hieß der Saunaclub Pauschalclub und überall in der Republik wurde das Flatrate Modell angeboten. So auch in Köln. Die Damen spielten zunächst mit, sie konnten so wieder an Einnahmen gelangen.

Ende der Finanzkrise

Doch dann kam, womit wohl kein Pauschalclub rechnete. Die Finanzkrise endete von einem Tag auf den Anderen. Was überraschend kam, verschwand wieder genauso überraschend. Die Medien hatten ein anderes Thema gefunden. Das Geld saß wieder lockerer. Die Pauschalclubs änderten aber nichts an ihrem Modell. Die Folgen waren deutlich überall zu sehen. Die Frauen wollten für dieses Kleingeld nicht arbeiten. Selbst die Damen aus Rumänien zogen sich aus dem Pauschalclub zurück. Übrig blieben oft reifere Girls ab 40, mit teilweise sichtbaren Bauchausprägungen. Das Flatrate Modell zog nicht mehr. Die Qualität der Huren war nicht mehr nach dem Geschmack der Männer, die es nun wieder in den normalen Saunaclub zurückzog, wo sie lieber extra für das sexuelle Angebot bezahlten. Im Laufe der Zeit wurde das Angebote der Flatrate Häuser immer schlimmer. Wellness gab es dort kaum noch. Die Anbieter konnten sich den Unterhalt nicht mehr leisten. Stattdessen wurden die Pauschalclubs dass, was die billigen Sportclubs heute sind. Nur mit dem Unterschied, das kein Anbieter mehr die Qualität liefern konnte, die sich ein Mann bei einer Frau wünschte. Das Ende war nah, dennoch hielten sich einige Betreiber verbittert und hofften auf eine neue Krise, die wieder Kunden in das Haus bringen könnte.

Gesetzgeber schaltet sich ein

Schon lange wurde dieses Konzept harsch kritisiert. Verbände und die Politik diskutierten lange darüber. Unglaubliche 10 Jahre hat die Diskussion gedauert, bis man schlussendlich eine Lösung fand. Ab 2017 wird der Pauschalclub, insgesamt also jegliches Flatrate Modell im Rotlicht, verboten. Die Clubs, die aktuell noch geöffnet sind, müssen auf Ende 2016 schließen oder den Behörden ein neues Konzept vorlegen. Den meisten fehlt dafür aber schlicht das Geld.